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Tom Peterson Reporter Saarlouis
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06. Juni 2026
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Liebe Leserinnen und Leser,
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es ist noch nicht einmal offiziell Sommer und doch kletterte das Thermometer an vielen Orten im Saarland bereits deutlich über 30 Grad Celsius. Der Mai war hierzulande wieder einmal wärmer, als er normalerweise eigentlich sein sollte. Laut einer Auswertung des Deutschen Wetterdienstes war das Saarland „mit einer Mitteltemperatur von außergewöhnlichen 11,2 Grad Celsius“ nicht nur rund 2,8 Grad über dem klimatologischen Vergleichswert (8,4 Grad Celsius) – sondern auch das wärmste Bundesland in diesem Frühjahr . Nur eines von vielen Zeichen, dass der Klimawandel mittlerweile auch in unserer Region mehr als angekommen ist.
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Saarland wärmstes Bundesland im Frühjahr – Kommunen wappnen sich gegen Hitzewellen
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Die steigenden Temperaturen werden insbesondere in Städten und für die dortige Lebensqualität zu einem Problem. Denn durch den hohen Anteil an versiegelten Flächen entwickeln sich hier regelrechte Hitzeinseln. Bestes Beispiel: Der Große Markt in Saarlouis, der sich im Hochsommer gut und gerne auf über 50 Grad Celsius erhitzt. Insbesondere für vulnerable Gruppen wie Senioren und Kinder kann das gefährlich werden.
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Viele Plätze in saarländischen Städten, wie hier der Kleine Markt in Saarlouis, heizen sich und ihr Umfeld bereits jetzt schon stark auf. Die Kreisstadt will das ändern – und beteiligt sich daher an einem internationalen Modellprojekt., FOTO: Tom Peterson/Tom Peterson
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Die Kreisstadt Saarlouis hat das Problem bereits erkannt und plant schon seit längerem eine Umgestaltung des Großen Markt. Seit kurzem beteiligt sich die Stadt zudem mit fünf weiteren europäischen Städten an einem internationalen Modellprojekt – und stellte jetzt ein Vorhaben vor, mit dem sie die Innenstadt für künftige Hitzewellen wappnen will .
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Projekt „Kligas“ und ein „klimafester“ Tourismus
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Sich besser wappnen will das Saarland auch insgesamt gegen eine direkte Folge der zunehmenden Erderwärmung: Häufigeres und stärkeres Extremwetter. Gut zwei Jahre nach dem verherrenden durch Starkregen ausgelösten Pfingsthochwasser von 2024 diskutierten Politiker und Fachleute genau darüber auf dem zweiten saarländischen Klimakongress. Im Fokus dabei: das „Klimagefahrenabwehrsystem Blies“, kurz Kligas, über welches wir Ihnen hier mehr verraten . Neben seinen Bürger will das Saarland aber auch seinen Tourismus „klimafest“ machen – als erstes Bundesland überhaupt .
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Drohen Wärmewende und grüner Stahl im Saarland zu scheitern?
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Auch in der örtlichen Politik scheint das Thema Klimawandel mittlerweile angekommen zu sein. So haben immer mehr Städte und Gemeinden bereits ihre gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung verabschiedet, mit der das örtliche Heizen nachhaltiger und vor allem weniger abhängig von fossilen Energieträgern werden soll. Die aktuell geplante Gesetzesreform von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lässt in diesem Zusammenhang jedoch auch bei den Kommunen, die ihre kommunale Wärmeplanung derzeit noch erstellen, deutlich die Alarmglocken schrillen .
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»Die Vereinbarkeit mit dem Klimaschutzgesetz ist bestenfalls fraglich [...] In meinen Augen macht man hier eine komplette Rückwärtsrolle.«
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Carsten Leinenbach, Koordinator der gemeinsamen Wärmeplanung von Bous, Ensdorf und Schwalbach zu den Reformplänen aus dem Bundeswirtschaftsministerium
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Die Warnleuchten springen aber noch bei einem anderen klimarelevanten Großprojekt an, von dem insbesondere das Saarland abhängig ist: Die Betriebsräte von Saarstahl und Dillinger Hütte sehen die Transformation – den Wechsel von konventionellen hin zu klimaneutralen „grünen“ Stahl – in Gefahr. Denn offenbar scheint man auf EU-Ebene hinter den Kulissen bei dem Thema auf die Bremse treten zu wollen. Zusammen mit der IG Metall rufen die beiden Betriebsräte daher nun zu einem großen Aktionstag unter dem Motto „Transformation in Gefahr! Es geht um alles!“ auf. Wann und wo dieser stattfinden soll und welche Befürchtungen die saarländischen Stahlhersteller konkret umtreibt, können Sie hier lesen .
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Brisante Enthüllung um Wadgasser Klimaschutzkonzept
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Das Klima-Thema ist in der Region aber noch aus einem anderen Grund derzeit wieder verstärkt in die öffentliche Diskussion gerückt. Denn in der Gemeinde Wadgassen entwickeln sich die jüngsten Enthüllungen unserer Zeitung zur Finanzierung des dortigen Klimaschutzkonzeptes und Klimaschutzmanagers zu einem waschechten Skandal – der im schlimmsten Fall auch rechtliche Konsequenzen für den dortigen Bürgermeister haben könnte.
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Es zeigt sich: Das Frühjahr war im Saarland nicht nur aus klimatischer Hinsicht mehr als heiß. Vielleicht gibt es für uns alle aber nochmal eine kleine Verschnaufpause und es kühlt vor der nächsten Hitzewelle für einige Tage ab. Fest steht: Der Sommer hat im Saarland noch nicht einmal richtig angefangen.
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